etwas komische Gedanken

Alltägliches, Nachdenkliches und völlig Absurdes.

Kühlschrankgedanken


Wir träumen davon, irgendwo im Universum leben zu finden. Vielleicht sogar auch intelligentes Leben. Dann könnten wir immerhin noch etwas von denen lernen. Aber wir erwarten, dass dieses Leben so aussieht wie wir oder zumindest, wie wir uns Leben halt so vorstellen.

Disclaimer: Von biologischen Langzeitexperimenten im eigenen Kühlschrank rate ich mit Nachdruck ab.

Aber auf mich hört ja eh keiner, also viel Spaß.

Aber wer so ähnlich drauf ist wie ich sollte mal in seinen Kühlschrank sehen!

Dabei fällt vielleicht auf: Milch (die mit 3,5% oder mehr Fett) ist nach 3 Monaten immer noch flüssig. Vielleicht riecht die dann ein bisschen nach Tetrapack. Aber wehe ich schaffe eine Packung Toast nicht innerhalb von drei Tagen vollständig zu verbrauchen. Dann werde ich in der Früh davon schon freudestrahlend begrüßt. “PAPA!”. So viel gute Laune kann ich als überzeugter Morgenmuffel von meinem Toast nicht gebrauchen.

Der Gute-Laune-Toast

Danach darf ich mir von den Bewohnern meines Kühlschrankes, irgendwelche seltsamen Tentakel, Vorhaltungen machen lassen, dass ich immer viel zu viel Marmelade auf meine Toas…, mein ganz normales Brot packe.

Sinnierend stehe ich also vor dem offenen Kühlschrank und überlege, ob das jetzt schon Leben ist. Fühlen die Tentakel vor mir etwas? Sind sie selbstbestimmt? Können die Dinger ihre Art erhalten (aber bitte nicht in meinem Kühlschrank) und haben sie einen Selbsterhaltungstrieb? Wie definiere ich leben? Gibt es überhaupt eine allgemeingültige Definition für Leben?

Ich weiß, was du letzten Freitag gegessen hast!

Vor mir glucksen die Tentakel fröhlich. “Und? Kommst du mir rein oder willst du noch ein bisschen im warmen stehen?” Das irritiert mich noch mehr. Kleinlaut bitte ich in den Kühlschrank hinein, ob ich vielleicht doch die Marmelade bekommen könnte. Die Antwort besteht aus einem mitleidigen Lachen und einem sehr energischen “Nein!”. In einer Mischung aus Trotz und Neugierde frage ich: “Seid ihr eigentlich Kühlschrankgeborene oder seid ihr von außerhalb oder gar ALIENS? Falls ihr Aliens seid, habt ihr Elvis gesehen?” Es klatscht vor mir, als sich ein Tentakel gegen die Stirn(?) schlägt und dabei genervt guckt. Ok, die Frage war auch dämlich.

Aber wie wird Leben außerhalb unseres Planeten aussehen. Am wahrscheinlichsten ist, dass es wohl irgendwelche Bakterien sind. Oder Moos? Sicher ist nur, es wird überraschend. Eine Zeit lang war die Venus ein ganz heißer Kandidat (ba dutzzz) als erster anderer Planet, auf dem wir Spuren von möglichem Laben gefunden haben. Forscher haben dort ein Gas in der Atmosphäre gefunden, dass bei biologischen Prozessen gebildet wird und sich recht schnell auflöst. Also muss es immer noch neu produziert werden. Die meisten anderen bekannten geologische, chemische und physikalische Ursachen dafür wurden mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Das muss nicht heißen, dass es dort wirklich Leben gibt. Vielleicht kann dieses Murmel-Murmel-Phosphin auf eine noch nicht bekannte Art und Weise anders entstehen. Ich fände es aber super, wenn es von irgendwelchen Bakterien oder ähnlichem erzeugt würde. Dann sind wir nicht mehr alleine im Universum. Allerdings wird es vermutlich nie dazu kommen, dass die mal vorbeifliegen und sich eine Tasse Zucker ausborgen.

Mittlerweile macht sich mein Hunger dann doch bemerkbar. Ich schließe unter lautem Protest der Kühlschrankinsassen dessen Türe. Aus meinem Toaster blickt mir mein Toast fröhlich entgegen. Dabei kommt mir alles so unwirklich vor.

Unbekannte Lebensformen, fremde Zivilisationen und all das kann ich in meiner Küche entdecken. Wie sieht dann wirklich fremdes Leben aus, abseits von unserer durch Popkultur und SciFi geprägten Vorstellung?

Gesundheit?

Ich wache auf. Auf meinem Teller liegt ein gut getoastetes Stück Toastbrot. Keine Spur von Leben darauf. Ich muss wohl auf dem Weg in die Küche eingedöst sein. Immerhin hat mein Gehirn den Rest auch ohne mich hinbekommen. Gut gemacht Gehirn!
Ein seltsamer Traum, aber die Fragen was diese Geschichte eigentlich soll bleiben.


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