etwas komische Gedanken

Alltägliches, Nachdenkliches und völlig Absurdes.

Ein echt schräger Wurf


Es zischt. Mein Feuerzeug wird von einem Schwall schnell expandierenden heißen Gases ausgepustet. Breit grinsend schaue ich erwartungsvoll dem „Flugobjekt“ hinterher. Mit dem coolen Klang einer startenden Rakete klatscht der „Flugkörper“ gerade mal zwei Meter vor mir auf den Boden.

Disclaimer: Ich bin immer noch kein Physiker oder Chemiker. Und mit Sicherheit nehme ich es mit der „Sicherheit“ nicht immer so genau.

– Ernsthaft: Auch wenn ihr in den Untiefen des Internets Anleitungen findet, zu Experimenten mit selbstgebauten Raketen, tut es nicht. Das ist nicht ganz ungefährlich. Falls ihr das doch versuchen wollt, tut ihr das auf eigene Verantwortung.

Hm, denke ich mir. Da muss doch noch mehr gehen. Also noch einmal alles vorbereiten für den zweiten Versuch.

  • Die Treibstoffmenge überprüft? Check!
  • Nichts das kaputt gehen kann in der Nähe? Check! (Ok, ein bisschen achte ich schon auf Sicherheit.)
  • Ich bin immer noch im Freien? Check!

Dann klickt das Feuerzeug, es zischt wieder. Zweieinhalb Meter.

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter…

Einen Punkt hätte ich meiner Liste vielleicht noch hinzufügen sollen:

  • Steht die „Rakete“ leicht schräg? Argh!

Damit das Ding nicht allzu weit fliegt, habe ich den Winkel für den Start sehr flach gewählt, habe es dann aber mit einem noch flacheren Winkel gestartet. Nach dem Start hat die Schwerkraft dann mit voller Wucht zugeschlagen und das „Experiment“ schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Soviel zur Einleitung.

Aber was hat das ganze mit dem Schrägen Wurf aus der Überschrift zu tun? Naja, alles was hochfliegt, kommt auch irgendwann wieder runter. Außer es fliegt sehr schnell. Und sehr hoch.

Wenn wir “Etwas” werfen, beschleunigen wir dieses „Etwas“. Und zwar in zur Seite und nach Oben. Nachdem die Beschleunigung z.B. durch unseren Arm aufhört, übernimmt auch hier wieder die Schwerkraft.

Schwerkraft ist die Kraft, die alles (auf dem Planeten Erde) Richtung Erdmittelpunkt zieht. Oder beschleunigt. Mit gerundet 9,81m/s2. Das bleibt heute auch die einzige Zahl.

Mit unserm Wurf, also der Beschleunigung die wir erzeugen, wirken wir der Erdbeschleunigung entgegen.

Als krakeliges Diagramm schaut das ungefähr so aus:

Wirklich stark vereinfacht

Links oben ist die Geschwindigkeit unseres „Etwas“ noch am größten und unsere Höhe am niedrigsten. Dann wird es langsamer. Die Schwerkraft beschleunigt ja alles nach unten. Beschleunigung ist eine Geschwindigkeitsänderung. Wird “Etwas” langsamer ist das auch eine Art Beschleunigung (zumindest beim Rechnen).  Dann nehmen wir den Wert für die Beschleunigung und schreiben ein Minus davor. Fertig.

Um so mehr Zeit vergeht (die Achse von links nach rechts), haben wir weniger Geschwindigkeit nach oben. In der Mitte des Diagramms ist unsere Steiggeschwindigkeit bei Null und wir sind am höchsten Punkt angelangt. Ok, die eine Null gönnen wir uns noch.

Jetzt beginnt unser „Etwas“ zu fallen. Wenn wir schnell genug gerannt sind und gut fangen können, werden wir das „Etwas“ mit der gleichen Geschwindigkeit fangen, mit der wir es geworfen haben. Wenn wir es nicht fangen, kracht es sogar noch ein bisschen schneller auf den Boden.

Sorry, “Etwas”

Die einzige Geschwindigkeit die sich bei dem ganzen Vorgang geändert hat, ist übrigens nur die Steig- und Fallgeschwindigkeit. Die Bewegung zur Seite ist gleich schnell geblieben. Zumindest theoretisch.

Ich habe dabei

  • Den Luftwiederstand
  • Reibungsverluste
  • Die Entführungen durch Aliens

und noch ein paar andere Einflüsse unberücksichtigt gelassen.

Übrigens: Stark vereinfacht wird eine Rakete durch den Treibstoff genauso beschleunigt, wie wenn wir sie werfen würden. Nur dass der “Treibstoff-Arm” länger ist. Ist der Treibstoff aufgebraucht, übernimmt wieder die Schwerkraft. Wenn wir eine Rakete von der Erde aus Richtung Mond werfen würden und dabei auf die gleiche Endgeschwindigkeit kämen, dann würden wir es auch bis zum Mond schaffen. So bei zwei Drittel der Strecke werden wir dann sogar wieder schneller, da der Mond uns mit seiner Mond-Schwerkraft anzieht.

Fly me to the Moon, let me play among the Stars, and let me see, what Spring is like on a-Jupiter an Mars


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